Der Berg - Gesamtverein TSV Dodenau

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Der Berg

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Der gefürchtete Dodenauer Berg


„Die neu gegründete Sportabteilung pflegte hauptsächlich das Fußballspiel, übte tüchtig und war fast jeden Sonntag durch Wett- und Gesellschaftsspiele in Anspruch genommen. Ihr Vorwärtskommen ist umso mehr anzuerkennen, als es hier an einem geeigneten Platz fehlte.“

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So stand es geschrieben im Jahresbericht 1924 der Sportabteilung, der heutigen Abteilung Fußball. Seit Gründung der Sportabteilung am 02.12.1923 wurde viel über das Anlegen einer Spielstätte diskutiert. Die Gemeinde wurde gebeten, ein geeignetes Grundstück zur Verfügung zu stellen. Doch alle Bitten der Sportler bleiben weitestgehend ungehört. Denn weder Turnverein noch die Gemeinde packten das Problem ernsthaft an, es wurde wenig Verständnis für unsere Wünsche gezeigt. Immer wieder gab es Streitigkeiten zwischen dem Turnverein und seiner Sportabteilung, die schließlich dazu führten, dass sich im Frühjahr des Jahres 1925 die Sportabteilung als Sportverein 1925 Dodenau selbständig machte.

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Der neue Vorstand ging das Unternehmen Sportplatz energisch an. Wurde bis dato auf dem Mittelwehr, der Bleiche oder dem Tuchrahmen gekickt, sollte nun endlich ein eigener Platz her, von dem die Kicker nicht durch die Grundstückseigentümer verjagt werden konnten. Außerdem war man es leid immer nur auswärts zu spielen. Trotz allen Bemühungen des Vorstandes stellte die Gemeinde jedoch lediglich den Hardtbuckel zur Verfügung, der für das verrückte Werk ausreichend erschien. Dies sorgte zuerst für Ernüchterung, hatte man doch als Vorschläge das Mittelwehr und den Hachen unterbreitet. Doch die Fußballer machten aus der Not eine Tugend und schufen einen Mythos: Den in den darauf folgenden Jahrzehnten so gefürchteten Dodenauer Berg.

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Lediglich ausgestattet mit Schubkarren, Hacke und Schippe konnte der Bau nicht durchgeführt werden. Daher besorgten sich die Fußballer eine Feldbahn. Vormals belacht und verhöhnt, ließen sich die jungen Fußballer – allesamt Idealisten und optimistisch – nicht beirren. Somit konnte in zweijähriger Bauzeit der „Buckel“ abgetragen und zu einem Sportplatz ausgebaut werden. Auch wenn sich die jungen Leute damals oft den Ärger der Familie einhandelten, mancher Schweißtropfen floss und auch manchmal Resignation aufkam - der Grundstein für die kommenden Erfolge war gelegt.
Einer der nie verzagte und die anderen immer wieder zur Arbeit antrieb, war Otto Stein. Von ihm wird berichtet, dass er die Fußballer abends aus der Wirtschaft holte. Bei Mondschein und Laternenlicht wurde dann gehackt und geschippt. Was heute oftmals als Teamgeist gefordert wird, diese jungen Leute haben ihn damals gelebt und ihnen gilt unser Dank.
In 1927 war es dann endlich geschafft. Der Sportplatz war fertig! Er war allerdings, bedingt durch die angrenzenden Felder, kleiner als die Norm. Am 05.08.1926 wurde durch den Kreis Biedenkopf ein Zuschuss in Höhe von 300 RM gezahlt. Hinzu kam am 16.04.1927 ebenfalls durch den Kreis die gleiche Summe. Die Gemeinde beteiligte sich am Bau des Sportplatzes mit 100 RM.

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Eingeweiht wurde der Platz am 24.04.1927 mit einem Pokalturnier. In der Folgezeit stellte sich dann sehr schnell heraus, dass für die Gastmannschaften in Dodenau nicht viel zu holen war. Der gefürchtete Dodenauer Berg wurde zu einer fast uneinnehmbaren Festung. Dafür gab es drei Gründe: Das kleine Spielfeld, die steinige Hartdecke und der enorme Kampfgeist der Dodenauer Fußballer.

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Bislang standen die Kicker bei schlechtem Wetter sprichwörtlich im Regen. Dies sollte sich ändern, denn im Jahr 1948 kaufte der Verein von Erich Veith einen Schuppen, der ab sofort als Umkleidehäuschen diente. Dieses Provisorium sollte jedoch nicht lange von Bestand sein, denn es fiel 1958 einem Brand zum Opfer.

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Seit Anfang der 50-iger Jahre bemühte sich der Vereinsvorstand um einen Umbau des Sportplatzes. Bedingt durch Witterungseinflüsse war die Oberfläche des Platzes sehr rau und holprig geworden. Schwere Verletzungen der Spieler waren leider nicht mehr auszuschließen. Hinzu kam auch noch, dass der Fußballverband wiederholt mit einer Sperrung drohte. Im Jahr 1961 gelang es dann endlich dem neu gewählten Vorstand. Die Bau- und Finanzierungspläne wurden von allen Gremien bewilligt, die Bauarbeiten konnten somit beginnen. Dieses Mal konnten die Arbeiten in nicht ganz einem Jahr erledigt werden. Im Sommer 1962 war der neue Platz fertig gestellt. Darüber hinaus wurde das Kunststück vollbracht, billiger als geplant zu bauen. Grund dafür war die Tatsache, dass die im Bauplan vorgeschriebene Sandart gegen eine günstigere und zu diesem Zeitpunkt bessere Sorte ausgetauscht wurde. Heute wissen wir auch um die Nachteile dieser Sandart. Doch dazu später mehr. Ebenfalls wirkte es sich kostensenkend aus, dass die Eigenleistungen höher als ursprünglich veranschlagt ausfielen. Anschließend wurden im Rahmen der Flurbereinigung rund um den Sportplatz Sträucher und Bäumchen als Windschutz gepflanzt.

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Nachdem der Sportplatz weitestgehend umgebaut war, wurde in 1966 ein massives Umkleidehaus gebaut, allerdings ohne Wasser- und Stromanschluss. Zwei Jahre später folgte ein kleiner Anbau, der Raum zum Würstchenbraten sowie ein Abstellraum. Aus dem ehemaligen kleinen und steinigen Platz war eine wunderschöne Sportanlage geworden, das hässliche Entlein hatte sich in einen Schwan verwandelt.

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Die nächste Sanierungsphase stand zwischen 1973 bis 1978 an. Den Anfang machte der Anschluss an die Stromversorgung. Somit konnte die seit langem geplante Flutlichtanlage gebaut werden. Leider konnte diese nicht fertiggestellt werden, da der Hessische Fußballverband (HFV) die beantragten 8.000 DM nicht auszahlte und das Land Hessen den zugesagten Zuschuss von 5.000 DM um 1.000 DM reduzierte. Hieran hat sich leider bis zum heutigen Tag nichts geändert. In 1977 wurde endlich der Wasseranschluss gelegt. Bereits ein Jahr vorher hatte der Vorstand eine Zeichnung für den Anbau an das vorhandene Umkleidehaus, in dem die Toiletten untergebracht werden sollten, anfertigen lassen. Gleichzeitig wurde mit dem Kreisfußballwart Hecker ein Finanzierungsplan über die geplanten Kosten in Höhe von 50.000 DM aufgestellt. Der Finanzierungsplan wurde mit zahlreichen Unterlagen über die Gemeinde, den Kreis und das Land an den HFV weitergeleitet. Er lag dort sage und schreibe sechs Jahre (!). Die Bearbeitungszeit zog sich von 1977 bis zur endgültigen Zusage am 05.04.1983 hin. Allerdings folgte der Euphorie auch gleich wieder die Ernüchterung. Statt der im Finanzierungsplan eingesetzten 15.000 DM sollten lediglich 5.000 DM ausgezahlt werden.

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Darüber hinaus befassten sich die Kicker mit der Sportplatzumrandung. Sie musste vollständig erneuert werden. Wind und Wetter hatten an den Betonpfosten im Laufe der Jahre ihre Spuren hinterlassen. Daher wurde die komplette Umrandung durch Alupfosten und verzinkte Rohre ersetzt. Als weitere Erhaltungsmaßnahme erhielt der Platz in 1981 eine neue Sandschicht.

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Da die sanitären Verhältnisse auf dem Sportplatz zum damaligen Zeitpunkt sowohl für Sportler als auch für die Zuschauer unzumutbar waren, beschloss der Vorstand im Herbst 1982 trotz großer Bedenken, auch vor der Zusage des Finanzierungsplanes durch die entsprechenden Gremien, mit dem geplanten Anbau zu beginnen. Das Vorhaben sollte bis zum 75jährigen Vereinsjubiläum im Juni 1983 erledigt sein. Leider konnte dies kaum gelingen, da sich der Verein in finanziellen Schwierigkeiten befand. Die gesamten Geldmittel wurden in den Anbau investiert. Außerdem gab es Probleme mit der Kanalisation, der Sportplatz war ja zu diesem Zeitpunkt noch nicht an das Kanalnetz angeschlossen. Die genannten Schwierigkeiten führten damals vielen deutlich vor Augen, dass es keine gute Entscheidung war, den Sportplatz weitab vom Dorf auf dem Dodenauer Berg zu errichten. Ein anderer Standort wäre für den Verein und die Gemeinde auf Dauer gesehen wesentlich günstiger gewesen.

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Doch Dodenau wäre nicht Dodenau, wenn nicht auch diese Probleme aus dem Weg geräumt worden wären.

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Im Frühjahr 1991 begann für die Abteilung eine lange Odyssee in Sachen Sportplatz. Nachdem bekannt wurde, dass auf einigen Plätzen im Frankenberger Land dioxin-verseuchte Kupferschlacke, besser bekannt als Kieselrot, verwendet wurde, sperrte der Bürgermeister im April ´91 den Platz. Den Löwenanteil dieser Sanierung trug mit 476.000 DM das Land Hessen. Trotz mehrfacher Initiativen dauerte es bis zum 21.09.93 bis das Kieselrot abgetragen und Sportplatz wiederhergestellt war. Im Oktober 1993 wurde der Dodenauer Berg endlich wieder seiner eigentlichen Bestimmung übergeben.

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Die nächste Sanierungsphase des mittlerweile in die Jahre gekommenen Sportlerheimes stand im Sommer 2002 an. Die Heimkabine wurde mit neuen sanitären Einrichtungen versehen, aus der ehemaligen „Freilufttheke“ wurde eine funktionale Küche, eine Kühlzelle wurde installiert und der bis dahin als Küche genutzte Raum neben der Kabine wurde zur Umkleide für die Schiedsrichter umgebaut. Als alle Arbeiten abgeschlossen waren, erhielt unser Sportlerheim einen neuen Namen und nennt sich seitdem, in Gedenken an unseren verstorbenen Ehrenvorsitzenden, „Heinz-Köllmann-Sportheim“.

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Doch auch die Arbeiten am Hartplatz ruhten nicht. Im Sommer 2006 wurde die gesamte obere Schicht durch eine externe Firma abgetragen und wieder neu hergerichtet. Die Kosten waren mit 25.000 € veranschlagt worden. Trotz dieser Erneuerung wurde beim darauf folgenden Maifest durch unseren Bürgermeister Herrn Horsel die Zusage für einen Rasenplatz gegeben, wenn auch mit einem zwinkernden Auge. Die ganze Sache hatte nur den „kleinen“ Haken, dass unsere Fußballer hierfür den lang ersehnten Wiederaufstieg in die A-Klasse schaffen müssen. Welches Jahr wäre hierfür besser geeignet als das Jahr 2008?

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Die vorerst letzten Umbaumaßnahmen begannen im September 2007. Auch die Gästekabine musste dringend in neue Gewänder gekleidet werden. Die sanitären Einrichtungen entsprachen längst nicht mehr dem allgemeinen Standard. Darüber hinaus ging aufgrund der alten einfach verglasten Fenster zuviel Energie verloren. Daher wurden alle Räume im Sportlerheim mit neuen Fenstern ausgestattet. Der Gastraum wurde komplett umgestaltet und mit einer neuen größeren Theke versehen. Diese Umbaumaßnahmen waren allerdings auch nur deshalb möglich, da der Landessportbund sowie weitere Gremien den Großteil dieser Kosten bezuschussten.

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Seitdem erstrahlt nun unser mittlerweile wieder gefürchtete Dodenauer Berg sowie auch das Sportlerheim vorerst in neuem Glanz, doch lassen die nächsten Renovierungsmaßnahmen bestimmt nicht lang auf sich warten...

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So war es dann auch im Frühjahr 2014 wieder soweit. Ein großes Problem für alle Spieler stellte das über Jahre nicht ausreichende Flutlicht dar, da nur die westliche Seite des Sportplatzes mit Flutlichtmasten ausgestattet war. Spiele in den Abendstunden waren nicht möglich, da die vorhandene Beleuchtung nicht durch den HFV abgenommen war. Nach 40 Jahren hatten diese Masten nun ausgedient und wurden ersetzt bzw. um drei weitere Masten ergänzt. Die Gesamtkosten des Umbaus beliefen sich auf ca. 30.000 EUR. Im Vergleich zur ersten Bauphase in 1973 wurden aber diesmal die Zuschüsse durch den HFV und das Land Hessen in zugesagter Höhe überwiesen, so dass der Verein noch 9.000 EUR selbst zu tragen hatte.

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Das Thema Rasenplatz beschäftigte den Vorstand ja bereits seit Jahrzehnten. Die Gedanken wurden sich nicht erst seit der „Kieselrotaffäre anno 1991“ gemacht. Hinzu kam allerdings, dass in den vergangenen Jahren immer mehr potentielle Neuzugänge sowie teils auch bereits aktive Senioren und Jugendliche nicht (mehr) bereit waren auf den immer seltener werdenden Hartplätzen zu spielen. Hier waren andere Vereine einfach attraktiver, die wie z.B. die Rennertehäuser Fußballer sowohl einen eigenen Rasenplatz zur Verfügung hatten, als auch in der luxuriösen Situation waren als Stadtteil den Kunstrasen in Allendorf nutzen zu können. Aus diesem Grund wurde die „SOKO Rasenplatz“ unter der Führung von Manfred Glöser ins Leben gerufen. Der erste Gedanke war den vorhandenen Rasenplatz umzuwandeln. Als evtl. machbare Möglichkeiten wurden daher in 2011 die Varianten eines Naturrasens und die eines Kunstrasens näher beleuchtet. Es folgten Besuche in den Nachbargemeinden und bei Vereinen die diese Umwandlung bereits hinter sich hatten. Allerdings scheiterten diese ersten Versuche immer wieder an den hohen Kosten. Bei der Jahreshauptversammlung im Januar 2014 stellte Manfred Glöser jedoch eine neue Möglichkeit vor. Die Entscheidung fiel letztendlich, auch aufgrund der geringeren Kosten für unseren Verein, auf einen Naturrasenplatz. Dieser sollte dem Hartplatz an der Nordostseite angegliedert werden. Bzgl. der beiden fraglichen Baugrundstücke wurden dem Verein durch die Eigentümer keine Steine in den Weg gelegt, die Stadt Battenberg gliederte darüber hinaus zwei Feldwege ein die parallel zum Hartplatz verlaufen. Die Weichen waren gestellt, auch wenn die Umweltschützer unserem Bauvorhaben immer wieder neue Steine in den Weg legten.

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